Funktion und Design in Holz

  • Werkstoffe auf Faserbasis

    Holzfaserplatten unterscheiden sich vor allem in ihrer Dichte und damit in der möglichen Anwendung. Der bekannteste Vertreter ist mittlerweile die MDF- Platte (Medium-Density-Fibreboard), da aufgrund der feinen Oberflächenstruktur und der mittleren Dichte eine breite Verwendung und u.a. eine Direktbeschichtung mit Lack in der Möbelindustrie möglich ist. Auch die Holzfaser-Hartplatten sind als Rückwandmaterial weit verbreitet und bekannt, Holzfaser-Dämmplatten werden im Baubereich wie mineralische und andere Dämmstoffe zur Isolierung eingesetzt. Relativ neu ist die Verwendung von dampfdiffusionsoffenen mitteldichten Faserplatten als Unterdeckplatte für die Dacheindeckung. Sie ersetzen die aufwändigere Bretterschalung, welche zusätzlich eine diffusionsoffene Folie benötigt, um die Regensicherheit zu gewährleisten.

  • Werkstoffe auf Spanbasis

    Zu den Werkstoffen auf Spanbasis gehört neben der klassischen Spanplatte auch die OSB-Platte. Ursprünglich in Nordamerika als günstiges Abfallprodukt der Furnier- und Sperrholzindustrie entwickelt, wird OSB oder „Oriented Strand Board“ auch hauptsächlich als Sperrholz- Ersatz als Beplankungsmaterial im Holzbau verwendet. Zur Herstellung können dünne Stämme, Äste oder Holzabschnitte verwendet werden, die für die Sperrholz-Herstellung sonst nicht geeignet sind. Bei der Herstellung von OSB werden 75 mm lange Späne in Breiten zwischen 5 und 50 mm und Stärken von ca. 0,6 mm in eine Richtung „orientiert“, um in der fertigen Platte hohe Biegefestigkeiten zu erwirken. Durch die Überlappung der Späne erhält man eine raue Oberfläche, die für optisch hochwertige Anwendungen geschliffen werden muss. Spanplatten werden im Gegensatz zu OSB und Sperrholz hauptsächlich in der Möbelindustrie, aber auch als Verbundplatten oder Verlegeplatten für Fußböden im Baubereich eingesetzt. Je nach Anwendungsbereich gibt es unterschiedliche Plattenaufbauten mit einschichtigem oder dreischichtigem Aufbau. Bei den Dreischicht-Platten bildet eine Mittelschicht aus gröberen Spänen das „Grundgerüst“ der Platte, während die Deckschicht aus feinen Spänen eine glatte Oberfläche garantiert.

  • Werkstoffe auf Furnierbasis

    Ausgangsmaterial für diese Gruppe von Holzwerkstoffen sind Furniere unterschiedlicher Holzarten, die im Schälverfahren von möglichst großen runden Stämmen gewonnen und nach dem Trocknen mit Hilfe von Leimharzen, hohen Temperaturen und Druck zu neuen Produkten verpresst werden. Bei der Herstellung von „Sperrholz“ werden die Furniere jeweils 90° versetzt zueinander zusammengelegt und verleimt. Damit sich die Platte nicht verzieht, müssen die Deckfurniere immer die gleiche Faserrichtung aufzeigen und die Platte muss symmetrisch aufgebaut sein. Bei „Furnierschichtholz“ (engl. „LVL“ – laminated veneer lumber) werden alle Furniere in gleiche Faserrichtung gelegt, wobei vor allem bei größeren Dicken einzelne rechtwinklig angeordnete Furniere (max. 15%) für eine bessere Stabilität sorgen. Während diese beiden Vertreter in der Regel als Platte eingesetzt werden und durch die Furniermaße meist auf ca. 2,50 x 1,25 m begrenzt sind, ist „Furnierstreifenholz“ (engl. „Parallam PSL“ – parallel strand lumber) ein balkenartiges Produkt, welches aus schmalen langen Furnierstreifen endlos in unterschiedlichen Querschnitten produziert und anschließend passend gekappt und geschnitten werden kann. Sperrhölzer werden auch im Möbelbereich eingesetzt. Eine in Mitteleuropa noch weit verbreitete abgewandelte Form hiervon sind die sog. „Tischlerplatten“, nach Norm auch als Stab- oder Stäbchensperrholz bezeichnet. Hierbei sind die Mittellagen aus Vollholzlamellen und ergeben zusammen mit den abgesperrten Decklagen eine stabile und vor allem leichte Platte mit ausgezeichneten Platteneigenschaften.

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